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Ich bin 59 Jahre, geschieden und habe keine Kinder.
Meine Gehörlosigkeit kam schleichend. Als Kind habe ich noch recht gut gehört. Richtige Schwierigkeiten fingen so mit dem 30. Lebensjahr an. Die ersten Hörgeräte habe ich mit 34 Jahren bekommen. Da sie aber nicht so sehr viel gebracht haben, habe ich mich mit ihnen und auch mit den später folgenden nie richtig anfreunden können.
Die Jahre 1991/92/93 waren schlimm für mich. In der Zeit habe ich in einem kleinen Dorf in Norddeutschland gewohnt. Mein Gehör und meine Ehe standen kurz vor dem Ende. Die psychische Belastung war enorm groß, auch, weil ich in der Einöde keinen Kontakt zu Gleichbetroffenen hatte. Außerdem kannte ich keine entsprechenden Anlaufstellen für Hörgeschädigte. Als Vorläufer vom Internet gab es damals BTX. Da habe ich dann endlich die erste Adresse, nämlich die vom Schwerhörigenverein, bekommen. 
Sehr geholfen hat mir ein danach folgender 4-wöchiger Rehaaufenthalt für Hörgeschädigte in Rendsburg. Dort habe ich gelernt, wie ich mit der Behinderung umgehen kann. Das für mich Wichtigste: Ich muss meinen Mitmenschen sagen, wie sie sich mir gegenüber verhalten sollen.
1993 habe ich Näheres über das CI erfahren. Da ich aber noch Restgehör hatte, kam es damals noch nicht für mich infrage. Ich habe das „vom Mund ablesen“ auch häufig als eine Art Hobby angesehen und wollte vorerst gar kein CI haben. Erst 1999 habe ich mich für ein CI entschieden und habe die Entscheidung nicht bereut. Ein ganzes Stück Lebensqualität ist zurückgekommen.
Viele Jahre habe ich im Nachfolgebereich eines Kreditinstitutes gearbeitet. Nebenbei habe ich Betriebswirtschaft studiert und habe den Abschluss zur Betriebswirtin VWA gemacht. Später habe ich an der Fernuniversität als Gasthörerin u. a. Buchführung und Mathematik studiert.
Ein paar Semester habe ich bei der VHS Kurse in Buchführung geleitet.
In den letzten Jahren vor meiner Frühverrentung war ich in der Buchhaltung eines Klinikums beschäftigt.
Bis vor kurzem habe ich mich ausschließlich im kirchlichen Bereich ehrenamtlich eingesetzt. Nun bin ich aus der Kirche ausgetreten und war auf der Suche nach einer neuen ehrenamtlichen Aufgabe. Elvira Mager hat mich bei der diesjährigen CI-Jahreshauptversammlung NRW zum richtigen Zeitpunkt gefragt, ob ich nicht bei der Vereinsarbeit mithelfen will.
Ich sehe das nun als meine neue Aufgabe an.
Christel Kreinbihl, E-Mail: christel-kreinbihl(at)civ-nrw.de |