Logo DGHNO-KHC (c) DGHNO-KHCDie geplante Reform der Notfallversorgung in Deutschland wird nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC) spürbare Auswirkungen auch auf die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit akuten Erkrankungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich haben. Im Vorfeld ihrer Jahresversammlung vom 13.-16. Mai in Ulm warnt die Fachgesellschaft vor möglichen Versorgungslücken und sieht einen Abstimmungs- sowie Schulungsbedarf bei den zu erwartenden zentralisierten Strukturen.

Die Reform sieht flächendeckend Integrierte Notfallzentren (INZ) an ausgewählten Krankenhäusern vor, bestehend aus Notaufnahme, KV-Notdienstpraxis und einer zentralen Ersteinschätzungsstelle. Diese sollen über digitale Vernetzung und koordinierte Triageprozesse für eine effizientere Patientensteuerung sorgen.
Bild: Logo (c) DGHNO-KHC

Aus Sicht der DGHNO-KHC ist mitunter der folgende Punkt kritisch zu diskutieren: HNO-Notfälle werden im System bislang nicht spezifisch berücksichtigt, obwohl sie häufig auftreten und teilweise lebensbedrohlich sein können - etwa bei schweren Blutungen, Atemnot oder ausgeprägten Infektionen im Kopf- Halsbereich.

In ihrer aktuellen Stellungnahme zur Reform fordert die Fachgesellschaft daher, auch die Thematik der HNO-Expertise strukturell und organisatorisch in die Notfallreform zu integrieren. Prof. Dr. Janina Hahn, Oberärztin der HNO-Universitätsklinik Ulm betont: "HNO- Notfälle sind vielfältig und häufig unterschätzt. Eine fachfremde oder unkundige Ersteinschätzung kann hier zu Verzögerungen und Fehlleitungen führen, die wir uns aus Patientensicht nicht leisten dürfen."

Mit Blick auf die geplanten INZ-Strukturen ergänzt Hahn: "Ohne klare HNO-Leitwege riskieren wir, dass Patientinnen und Patienten unnötig in Kliniknotaufnahmen landen oder wichtige Befunde zu spät erkannt werden."

Die DGHNO-KHC betont zugleich das Potenzial der Reform, sofern die Expertise aller medizinischen Disziplinen berücksichtigt wird. Hahn: "Die Reform ist notwendig - aber nur erfolgreich, wenn sie die Fachexpertise aller medizinischen Disziplinen systematisch integriert. Ein weiterer wichtiger hier zu nennender Punkt ist das Potenzial der Digitalisierung, auch hinsichtlich möglicher digitaler Triage Tools."

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie

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