Steffi Katzmann vor dem EiffelturmZehnjahreshoch bei Vereinsgründungen – wo in Deutschland Vereine entstehen und wo sie verschwinden
Neue Registerauswertung von ZiviZ im Stifterverband: 628.992 Vereine sind bundesweit eingetragen, so viele wie nie. Berlin und der Süden wachsen kräftig, in Bremen und Teilen Ostdeutschlands lösen sich Vereine überdurchschnittlich häufig auf.

Berlin, 31. August 2026. Im März 2026 waren in Deutschland 628.992 Vereine im Vereinsregister eingetragen. Das ist der höchste bislang erfasste Bestand und rund 13.200 mehr als 2022. Das zeigen die Ergebnisse des Discussion Papers „Vereinssterben oder neue Gründungsdynamik?", veröffentlicht von ZiviZ im Stifterverband. Die Zahlen beruhen auf einer Vollauslese des Vereinsregisters und der amtlichen Justizstatistik.

Foto: Steffi Katzmann

Bemerkenswert ist vor allem die Trendumkehr bei den Neugründungen: Im Jahr 2024 wurden 13.534 Vereine neu eingetragen, so viele wie seit fast zehn Jahren nicht mehr. Da die Zahl der Löschungen nicht im gleichen Maß gestiegen ist, wächst der Vereinsbestand wieder schneller.

„Wir finden in den Daten kein flächendeckendes Vereinssterben“, sagt Peter Schubert, Leiter von ZiviZ im Stifterverband. „Entscheidend ist aber der zweite Blick: Das Wachstum verteilt sich sehr ungleich über die Regionen. In Bremen und in mehreren ostdeutschen Ländern werden mehr Vereine gelöscht als andernorts.“

Weitere Ergebnisse im Überblick:
• 628.992 Vereine waren im März 2026 registriert, 2,1 Prozent mehr als 2022.
• 13.534 Neueintragungen gab es im Jahr 2024. Das Wachstum des Vereinsbestands betrug 4.370 Vereine.
• Berlin wächst am stärksten: Der Vereinsbestand stieg in Berlin seit 2016 um 16,5 Prozent, gefolgt von Baden-Württemberg (plus 6,3 Prozent) und Bayern (plus 5,5 Prozent).
• Rückgänge verzeichnen Bremen (minus 6,2 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (minus 4,6 Prozent), in Sachsen hat sich der Trend seit 2022 gedreht (minus 1,2 Prozent).
• Höchste Vereinsdichte: Das Saarland hat mit 10,6 Vereinen pro 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner die höchste Vereinsdichte, gefolgt von Rheinland-Pfalz (9,6) und Sachsen-Anhalt (9,2); die niedrigste haben Bremen (5,0), Hamburg (5,5) und Schleswig-Holstein (6,0).
• Auch in ländlichen Räumen entstehen neue Vereine: Selbst dünn besiedelte Kreise verzeichnen in der Gesamtbetrachtung weiterhin mehr Neueintragungen als Löschungen.

Regionale Unterschiede: Demografie erklärt nur einen Teil

In den meisten Bundesländern folgt die Entwicklung der Vereinszahlen der Bevölkerungsentwicklung. Wo die Bevölkerung altert und schrumpft, fällt es Vereinen schwerer, Mitglieder und Engagierte zu gewinnen. In den ostdeutschen Flächenländern liegen die Löschquoten überwiegend über dem Bundesdurchschnitt. Dieses Muster dürfte sich mit der prognostizierten Bevölkerungsentwicklung künftig verschärfen. Der Ländervergleich zeigt aber auch Ausnahmen: Brandenburg wächst bei der Bevölkerung, stagniert jedoch bei den Vereinszahlen. Bremen verliert Vereine trotz Bevölkerungszuwachs. Berlin profitiert zusätzlich davon, dass viele bundesweit tätige Verbände dort ihren Sitz haben.

„Demografie allein erklärt die Unterschiede nicht“, so Schubert. „Mobilität, wirtschaftliche Rahmenbedingungen und lokale Förderstrukturen wirken mit. Engagementpolitik muss deshalb regional differenziert ansetzen. Vereinsdichten auf Landesebene sagen wenig darüber aus, was in einem einzelnen Landkreis tatsächlich passiert.“

Neue Vereine als Seismograf gesellschaftlicher Veränderungen

Für das Discussion Paper wurden die rund 50.000 seit 2022 gegründeten Vereine Engagementfeldern zugeordnet. Den größten Anteil hat Kultur (16 Prozent), gefolgt von Sport (12,6 Prozent), Bildung und Erziehung (12,6 Prozent) sowie Freizeit und Geselligkeit (12,5 Prozent). Ein erheblicher Teil der Neugründungen entfällt dabei auf Fördervereine, etwa für Schulen, Kitas und Freiwillige Feuerwehren.

Deutlich sichtbar sind auch die Spuren aktueller Ereignisse: Hilfsvereine für die Ukraine, Cannabis Social Clubs nach der Teillegalisierung oder Initiativen zur Wildtier- und Rehkitzrettung im Umfeld eines Bundesförderprogramms. Vereinsgründungen sind also oftmals ein Spiegelbild gesellschaftlicher, politischer und regulatorischer Veränderungen.

Handlungsbedarf: Wandel der Vereinslandschaft aktiv gestalten

Die Autoren des Papiers plädieren dafür, die Entwicklung als Phase strukturellen Wandels zu verstehen. Die Aufgabe der kommenden Jahre bestehe vor allem darin, das Gefälle zwischen wachsenden und schrumpfenden Regionen zu bearbeiten. Nötig seien dafür eine verlässliche Engagementinfrastruktur in strukturschwachen Regionen und Förderbedingungen, die auch jungen Vereinen niedrigschwelligen Zugang zu Fördermitteln ermöglichen.

„Vereine sind für viele Menschen der wichtigste Ort des Miteinanders – gerade dort, wo es sonst wenige Gelegenheiten zur Begegnung gibt“, sagt Schubert. „Diese Orte entstehen nicht überall von allein. In Regionen mit rückläufigen Vereinszahlen müssen sie gezielt gestärkt werden, sonst geht Infrastruktur für gesellschaftlichen Zusammenhalt verloren.“
Quelle: Stifterverband

CIV NRW e.V

CIV NRW Logo

Cochlea Implantat Verband Nordrhein-Westfalen e.V. (CIV NRW)
(Regionalverband für NRW der DCIG e.V.)
Geschäftsstelle: Alleestr. 73, 58097 Hagen
Telefon: 02331 1884601
Beratungstermine nach Vereinbarung unter: info@civ-nrw.de -

CIV NRW News online
ist die  Onlineversion der Zeitschrift des

Cochlea Implantat Verbandes NRW e.V.,
CIV NRW News - Chefredaktion:
Marion und Peter Hölterhoff
Redaktion:
Conny Vollmer, Veronika Albers und freie Autoren
Korrektorat:
Christel Kreinbihl, Rosemarie Herschbach 
Medizinische Beratung:
Prof. Dr. med. Jonas Park, Dr. Elmar Spyra
Anzeigen/ Akquise:
Michaela Hoffmann michaela-hoffmann@civ-nrw.deCIV NRW News online- ViSdP:

Peter G.A. Hölterhoff, Rosenstr 4 58642 Iserlohn
© Cochlea Implantat Verband NRW e.V.
Alle Rechte vorbehalten - Alle Angaben ohne Gewähr

Mit Aufruf der folgenden Links werden Daten an die Netzwerke übertragen und dort verarbeitet.
Facebook: https://www.facebook.com/CIV.NRWNewsInstagram:  https://www.instagram.com/civnrw/
WEB-Layout: Peter G.A. HölterhoffSie können uns unterstützen über Gooding oder eine direkte Spende hier onlineBankverbindung: Volksbank Hohenlimburg
IBAN:DE30 4506 1524 4001 2313 00,
BIC: GENODEM1HLH
Unsere Mitgliedsbeiträge und Spenden an uns sind steuerlich absetzbar. Ihre Spende kommt an – unser Verein ist offiziell im Zuwendungsregister geführt