Auracast Forum der TH OWL in Lemgo
Die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe hatte zum Auracast Forum eingeladen. Die Vorstandsmitglieder des CIV NRW Marion Hölterhoff (Vizepräsidentin der DCIG), Daniel Aplas und Peter Hölterhoff fuhren am 13.10.26 nach Lemgo um am Forum teilzunehmen. Ebenfalls mit dabei war Roland Zeh, Präsident der DCIG. Anwesend waren Vertreter*innen von Integration Fachdiensten (IFD) und auch der DSB war mit einigen Ortsgruppen-Mitgliedern vor Ort.
Das Forum fand unter dem Motto „Erleben Sie das neue Bluetooth-Protokoll "Auracast" und wie es gleichberechtigte Teilhabe beim Hören unterstützen kann“ statt. Aufgrund des großen Erfolges des Auracast Forums im Mai 2026 erfolgte eine Fortsetzung des Formats.
Eingeladen waren alle Interessierten, Studierende und Mitarbeitende - insbesondere Personen aus den Bereichen Medientechnik und Hörakustik sowie Menschen mit Hörbeeinträchtigungen. Es gab verschiedene Blöcke zu den Themen Medientechnik und Integration, Barrierefreiheit und Hörerleben.
Bild: Teilnehmer der DSB Ortsverbände, des DHV und des CIV NRW Foto: Matthias Ribka
Das Programm startete um 11:00 Uhr mit der Anmeldung und einer kurzen Technikeinweisung und bei Bedarf die Ausgabe von Auracast-Empfängern.
Die Begrüßung erfolgte durch den Präsidenten der TH OWL, Professor Dr. Jürgen Krahl. Eine Podiumsdiskussion beleuchtete die verschiedenen Erfahrungen und Meinungen von ausgewählten Teilnehmern. Die Vorstandsvorsitzende des DSB LV NRW und Geschäftsführerin des DHV, Susanne Schmidt nahm als Betroffene an der Diskussionsrunde teil und vertrat selbstsicher die Selbsthilfe. An der Diskussion beteiligten sich Barbara Hanning, Fachberaterin für Menschen mit Hörbehinderung des IFD im Kreis Lippe. Mit dabei waren die TH Mitarbeiter Sebastian Stake und Benjamin Weber, die zusammen Auracast für die TH umgesetzt haben. Durch die Veranstaltung führte Yvonne Fischer.
Bild: Podiumsdiskussion: (v.l.) Sebastian Stake, Yvonne Fischer, Benjamin Weber, Barbara Hanning, Susanne Schmidt.Foto: Peter Hölterhoff
Zum Thema „Hörunterstützung an der Hochschule - Eine Herausforderung, verschiedene Perspektiven“ gab es einen Vortrag von Sebastian Stake. Er erläuterte den Einsatz von Auracast in der TH OW und die speziellen Herausforderungen, wie Kompetenzabstimmung, Datenschutz, Einbindung in den IT- und Medientechnikbereich.
Nach der Mittagspause folgten die Workshops „Auracast erleben“ und leider parallel dazu „Auracast in der Medientechnik“. Nach einer kurzen Kaffeepause wurde das Thema „Barrierefreiheit gemeinsam leben - Best Practice für Kooperationen wie Interessenvertretung und Medientechnik“ behandelt. Benjamin Weber, Schwerbehindertenbeauftragter der TH und Sebastian Stake zeigten gemeinsam und unterhaltsam, wie der Aufbau mit Auracast über die unterschiedlichen Verantwortlichkeiten durch Zusammenarbeit und Gespräche in der TH gelungen ist.
Zum Abschluss der Veranstaltung hielt der englische Journalist Phil Creighton einen Gastbeitrag zum Thema „Internationale Entwicklungen - Auracast in Mobilität und Kultur.
Auracast wird sich in Zukunft sicherlich durchsetzen, aber es werden noch einige Jahre und viel Aufklärungsarbeit nötig sein.
Das Forum war für den CIV NRW und die anderen Selbsthilfeverbände, aber auch für die anwesenden Integrations-Fachdienste und andere Teilnehmer eine informative und hilfreiche Veranstaltung. Wichtig waren die persönlichen Erfahrungen mit Auracast, die hier gemacht werden konnten. Es zeigten sich aber auch die noch vorhandenen Unzulänglichkeiten. Zurzeit kann kein Cochlea Implantat Auracast direkt umsetzen. Bei den Hörgeräten sieht es besser aus, viele (aber nicht alle) neuen Geräte können Auracast direkt empfangen.
Peter Hölterhoff hatte mit seinen Hörgeräten und Android Smartphone einen guten Empfang. Marion Hölterhoff hatte mit CI keine Funktion, auf der anderen Seite mit HG und I-Phone mehrfache Stream Abbrüche. Daniel Aplas berichtete von Latenzproblemen bei bestimmten Verbindungs-Konstellationen. Roland Zeh, versorgt mit 2 CIs, benötigte mehrere Zusatzgeräte um eine Auracastübertragung auf die Cis zu erreichen. Natürlich fand er diesen Umstand nicht optimal.
Auracast wird sich schneller durchsetzen, wenn auch nicht Hörbeeinträchtigten die Vorteile von Auracast vor Augen geführt werden. So können verschiedene Streams gesendet werden, z.B. einer auf Deutsch, ein weiterer auf Englisch.
Einige Kinos und Veranstaltungsstätten nutzen schon Auracastsender, Der Flughafen Frankfurt hat Auracast an zwei Gates getestet. Einige Bahnhöfe setzen Auracast für Durchsagen ein.
Aber bis Auracast flächendeckend nutzbar und anwendbar sein wird, werden noch Jahre ins Land ziehen. Dann ist es aber eine Technologie für alle.
Peter Hölterhoff
Bilder: Peter Hölterhoff / Mediathek
