Hörbeeinträchtigte können bei Nutzung drahtloser Audioübertragungsanlagen, wie FM-Anlagen, Auracast und andere Systeme ein Echo wahrnehmen.
Der Grund dafür ist die sogenannte Latenzzeit. Beim Hören ist es die zeitliche Verzögerung zwischen dem Ausgangspunkt eines Tons (zum Beispiel dem Sprechen eines Wortes) und dem tatsächlichen Moment, in dem dieser Ton im Ohr des Zuhörers ankommt. Je weiter der Zuhörer vom Sprecher entfernt ist, z.B. in großen Sälen, desto später kommt der Ton bei ihm an.
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Schall bewegt sich mit 343 Metern in der Sekunde. Sitzt der Zuhörer 10 Meter vom Sprecher entfernt kommt der Raumschall nach 30 ms bei ihm an, bei 50 Metern wären es 150 ms und bei 100 Metern etwa 300 ms. Ab etwa 50 ms werden die Zuschauer beim Sprecher einen Lippensynchronisationsfehler feststellen können. Die Lippenbewegungen stimmen dann nicht mehr mit den beim Zuschauer ankommenden Sprachlauten überein. Hörgeschädigte, die zusätzlich auf Lippenabsehen angewiesen sind, können dadurch Verständigungsprobleme bekommen.
Bei Übertragungssystemen für Hörgeschädigte entsteht ein weiteres Problem, das Echo. Die Übertragungssysteme benötigt eine kleine Bearbeitungszeit, die je nach System verschieden sein kann, aber bei allen vorhanden ist. Die Zeit, die vom Signal-Ursprungsort (z.B. Mikrofon des Sprechers) vergeht bis das Signal das Empfangsgerätgerät des Systemnutzers / Zuschauers erreicht und verarbeitet wird, beträgt bei Auracast zwischen 30 und 60 ms. Bei klassischen analogen Induktionsschleifen (induktiven Höranlagen) für Hörgeräte und Cochlea-Implantate (CI) beträgt die Latenzzeit bei digitaler Signalverarbeitung im Hörsystem ca. 5 bis 15 ms. Bei Einfluss weiterer Komponenten kann sie auch deutlich größer werden. Es entstehen also unterschiedliche Latenzzeiten zwischen den Raumschall und dem Signal des Systems.
Ab etwa 15 bis 20 Millisekunden (ms) Verzögerung nehmen Nutzer von Hörsystemen ein Echo oder ein störendes „Doppelhören“ wahr, wenn zeitgleich der Direktschall der sprechenden Person oder einer Lautsprecherbox ans Ohr dringt, wenn er nah beim Sprecher ist. Er würde somit den Sprecher im Hörsystem später hören.
Sitzt der Nutzer von Hörunterstützungssystemen weit vom Sprecher weg (100 m, Schalllaufzeit 300 ms, siehe oben), dann kommt der Ton des Sprechers früher im Hörsystem an und der Luftschall später. Das Ergebnis ist bei beiden Situationen ein Echo oder Doppelhören.
Wie kann ich das Echo reduzieren?
Hörgeräte/CIs: Reduzieren Sie den Umgebungsmikrofonpegel, wenn Ihre Hörgeräte/CIs dies zulassen.
Kopfhörer: Verwenden Sie Kopfhörer mit besserer Klangisolierung, um den direkten Raumklang zu reduzieren.
Versuchen Sie einen anderen Sitzplatz: Ihre Position relativ zum Sprecher kann beeinflussen, wie auffällig der Zeitunterschied ist.
Peter Hölterhoff (c) CIV NRW
